Kriterien

 

Die Bewertung der Jury basiert auf den vier Kriterien Wirksamkeit/Wirtschaftlichkeit, konkrete Umsetzung, Innovationsgrad und Übertragbarkeit. Fünf Beispiele aus der Praxis:

RWE Power: 30 Prozent weniger Unfälle (Wirksamkeit)

2007 setzte die RWE Power AG Bergheim das Programm „Sicher voRWEg mit Partnerfirmen“ auf. Es zielt darauf ab, den Arbeitsschutz bei Partnerfirmen systematisch und nachhaltig zu verbessern. In einem mehrstufigen und mehrjährigen Prozess hat RWE Power dazu verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die eigene Arbeitsschutzkultur- und -vorgaben bei Partnerfirmen zu etablieren. Dazu zählen beispielsweise Sicherheitskontrollen, Informationsmaterial, Audits, Führungskräfteworkshops oder webbasierte Lernprogramme. Die Wirksamkeit des RWE-Programms spiegelte sich in Mitarbeiterbefragungen und vor allem in deutlich gesunkenen Unfallzahlen wider: RWE Power konnte die Quote bei Partnerfirmen um bis zu 30 Prozent senken.

Andreas STIHL: Mehr Sicherheit mit Juniorberatern (konkrete Umsetzung)

Auszubildende der Andreas STIHL AG & Co. KG können im ersten Lehrjahr die Zusatzqualifikation “Junior Sicherheitspartner“ erwerben, deren Konzept das Unternehmen zusammen mit der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) und einer externen Trainerin entwickelte. Ziel der Qualifikation ist es, Auszubildende von Anfang an für das Thema Arbeitssicherheit zu sensibilisieren. Entsprechende Inhalte erarbeiten die Nachwuchskräfte gemeinsam mit Auszubildenden benachbarter Betriebe in Schulungen und Selbstlernphasen. Abschließend setzen sie das Erlernte in einer Projektarbeit um und präsentieren diese im Unternehmen. Nach bestandener Prüfung werden die geprüften „Junior Sicherheitspartner“ mit der Aufgabe betraut, den Sicherheitsbeauftragten zu unterstützen. 2013 absolvierten 17 Auszubildende der teilnehmenden Firmen die Zusatzqualifikation.

Hörluchs Gehörschutzsysteme: Inklusive Neuentwicklung (Innovationsgrad)

Die Hörluchs Gehörschutzsysteme GmbH & Co. KG hat ein „Hörgerät für Menschen mit Hörminderung“ entwickelt, die an einem Lärmarbeitsplatz arbeiten. Das Gerät dämpft den Arbeitslärm und ist gleichzeitig durchlässig für Stimmen und Warnsignale. Damit ist es weltweit das erste Hörgerät, das für Lärmarbeitsplätze zugelassen ist. Es besitzt daher einen hohen Innovationsgrad für den Arbeitsschutz und eröffnet hörgeschädigten Menschen zudem neue Arbeitsplatzperspektiven.

DocStop für Europäer: Versorgungslücke geschlossen (Innovationsgrad)

Der 2011 gegründete gemeinnützige Verein „DocStop für Europäer e.V.“ engagiert sich für die medizinische „Unterwegsversorgung“ von Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern. Über eine Hotline vermittelt DocStop Bus- und Berufskraftfahrerinnen und -fahrern naheliegende Ärzte und Krankenhäuser aus einem bundesweiten Netzwerk. Das Engagement schließt eine Versorgungslücke und schafft mit einer besseren medizinischen Versorgung humanere Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrerinnen und -fahrer. Mit der Initiative bringt der Verein zudem die Interessen von Bus- und Fernkraftfahrerinnen und -fahreren mit denen der übrigen Verkehrsteilnehmer zusammen. Denn durch eine bessere und vor allem schnellere medizinische Versorgung der Fahrerinnen und Fahrer steigt die Verkehrssicherheit.

Wintershall: Begehrtes Tragesystem (Übertragbarkeit)

Die Wintershall Holding GmbH hat ein innovatives “Ein-Mann-Transportsystem für Gasflaschen“ entwickelt, mit dem Druckgasflaschen sicher und ergonomisch verladen und transportiert werden können. Da Gasflaschen sehr oft zum Einsatz kommen, kann die Lösung in viele Unternehmen übertragen werden. Die relativ geringen Anschaffungs- beziehungsweise Entwicklungskosten begünstigen die Übertragbarkeit. Die Anfragen anderer Unternehmen, die Produktlösung für sich in Anspruch zu nehmen, verdeutlichen den Bedarf.

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